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"PAPA! Wo geht's denn jetzt hier auf die Rodelpiste?", ruft die kleine Annett ungeduldig und ist kurz davor, sich in den Schnee zu werfen. Die Fünfjährige will mit ihrem Papa auf den Schlitten, und zwar sofort. An der Ausschilderung am Komperdell in Serfaus hapert's nicht: vorbei an der Kinderschneealm, die Sportalm und das Murmlinest links liegen gelassen - und schon ist man im Wald. Auf einer gut 3,5 Kilometer langen Rodelbahn, die so manchem Draufgänger vor lauter Fahrtwind die Tränen in die Augen treibt.

Fröhliches Jauchzen ist - auch von den Liften aus - immer wieder zu hören; nicht selten gefolgt von einem dumpfen Geräusch und schnellen Schritten im Schnee, um den Schlitten wieder einzufangen. Sanft geht es los im Wald, auf rund 1800 Metern - aber wer einmal Fahrt aufgenommen hat, wird so schnell nicht wieder bremsen. Wellen, Rampen, steile Abfahrten und fünfmal eine 90-Grad-Kurve - da kommt Freude auf beim Schlitten fahren. Vorsicht ist geboten, wenn die Schlittenbahn die Waldabfahrt kreuzt - aber die meisten Skifahrer wissen schon, dass ihnen dort Wagemutige auf zwei Kufen durch die Bahn fahren.

Auf der zweiten Rodelstrecke im Gebiet Serfaus-Fiss-Ladis, im Fisser Skigebiet, kreuzen eher die Ski- und Snowboardfahrer in die Domäne der Rodler. Denn auf dem schmalen Weg, auf den sich gelegentlich auch Winterwanderer verirren, liegt ein Geheimtipp unter den Jausenstationen im Fisser Gebiet. Laut rufen ist dort also nicht nur vor Freude angesagt, sondern auch, um Mitnutzer der Bahn vor dem Ansausen zu warnen und ihnen die Gelegenheit zu geben, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Die Fisser Strecke allerdings würde mancher Englischsprachige mit "acquired taste" beschreiben - man muss sie mehrfach fahren, damit sie richtig Spaß macht. "Mei Michi - du schaust ja aus wie ein gestrandeter Wal" - so klingt es, wenn sich bei Erstfahrern die Ehefrauen über den ungewollten Stopp der bäuchlings gleitenden Männer lustig machen. Denn die oberen Abschnitte sind mitunter flach - und die Fahrt will nicht so recht aufkommen bei dem, der es langsam angehen lässt. Dann aber ist der Weg garniert mit steilen Stückchen und scharfen Rechts-Links-Kurvenkombinationen. Da kommt jeder Fahrer auf seine Kosten.

Die Ankunft ist schließlich oberhalb des Parkplatzes und des Sportgeschäfts, das die Rodel verleiht - beste Voraussetzungen also auch für all jene, die mal eine kurze Skipause einlegen und auf dem Schlitten den Berg hinuntersausen wollen.
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